Symphony No. 5

«Return to Middle Earth»

Es ist eine Welt mit sanften Hügeln, hohen Bergen, mit riesigen Wäldern und geheimnisvollen Völkern, die sie bewohnen. Eine Welt, in der es Drachen gibt, Krieg herrscht, aber auch gezaubert und getanzt wird. Diese Welt ist in einem Kopf entstanden: J.R.R. Tolkien hat in seinem Buch «The Silmarillion» und «Herr der Ringe» ein ganzes Universum geschaffen, das noch heute fasziniert. Vor 30 Jahren hat sich der holländische Komponist Johan de Meij in diese Welt gewagt und seine erste Symphonie geschrieben. In fünf Sätzen vertonte er die Protagonisten aus «Der Herr der Ringe». In seinem neusten Werk und gleichzeitig seiner fünften Symphonie kehrt er in die sagenumwobene Welt Tolkiens zurück. De Meij vertont Gedichte, Stimmungen und Situationen aus dem Buch «The Silmarillion» und setzt mit voll ausgebautem 70-köpigen Blasorchester, einer Solo-Sopranistin und einem achtstimmigen Chor neue musikalische Akzente. Es ist eine Musik, die man nicht mit dem Verstand oder den Ohren alleine wahrnehmen kann. Nein, diese Musik muss man im Herzen spüren. Die Leidenschaft, die Mythen und Ungeheuer erwachen erst dadurch zum Leben.

Die Symphonie «Return to Middle Earth» ist ein sechsteiliges Werk, das im November 2018 in den USA uraufgeführt wurde. Im Gegensatz zur ersten Symphonie erzählt sie keine konkrete Geschichte. Es sei eher eine Beschreibung von symbolischen Geschehnissen, wie der Komponist Johan de Meij in einem Interview erklärte. Beispielsweise werde symbolisch der Krieg und die Angst beschrieben. Dennoch tauchen auch immer wieder Elemente aus der ersten Symphonie auf, etwa der Ork Ruf oder das Gandalf-Signal. Besonderer Leckerbissen in de Meijs Werk ist die Sprache, die er verwendet, um die Geschichte zu erzählen. Der Chor wie auch die Sopranistin singen in Illkorin, einer von Tolkien erfundenen Elfensprache.

De Meij hat an dieser Auftragskomposition mehr als ein Jahr gearbeitet. Das Resultat ist ein monumentales Werk, das die Zuhörer in eine andere Welt entführt – nach «Middle Earth».

Johann de Meij

Johan de Meij (Voorburg, 1953) studierte Posaune und Direktion am Königlichen Konservatorium Den Haag und erlangte als Komponist und Arrangeur internationale Anerkennung. Sein Werk umfasst neben originalen Kompositionen auch symphonische Transkriptionen und Bearbeitungen von Filmmusik und Musicals.

Die Symphonie Nr. 1 The Lord of the Rings (Der Herr der Ringe) nach Motiven aus Tolkiens gleichnamigem Romanzyklus, war Johan de Meijs erste große Komposition für symphonisches Blasorchester und wurde 1989 mit dem anerkannten Sudler Composition Award in den USA ausgezeichnet. Im Jahr 2001 spielte das Philharmonische Orchester Rotterdam die Uraufführung der Fassung für Symphonieorchester. The Lord of the Rings wurde auf mehr als zwanzig CDs von renommierten Orchestern, wie dem London Symphony Orchestra und dem Nagoya Philharmonic Orchestra, eingespielt.